Kategorie der abstrakten: Deutsch


... wird von 1618 (Prager Fenstersturz) bis 1648 (Westfälischer Friede) datiert.

Er begann als Religionskampf und endete als europäische Machtauseinandersetzung. In ihm entluden sich Spannungen zwischen katholischen und protestantischen Staaten, Landesstädten und Fürsten, Reichsstädten und Kaiser und u.a. zwischen Habsburg und Frankreich.

Der Dreißigjährige Krieg hatte auf Kosten von Reich und Kaiser den Aufstieg der Reichsstände zu selbstständigen Staaten beschleunigt und besiegelt und damit ein neues Staatensystem in Europa mitbegründet. Er war aber keineswegs eine innerdeutsche Angelegenheit zwischen Kaiser und Reichsständen, in die andere Mächte zwangsläufig miteinbezogen wurden, sondern von Anfang an ein Konflikt mit europäischer Dimension.


Außer Rußland nahmen direkt oder indirekt alle Staaten teil, nicht nur um von den >deutschen< Auseinandersetzungen zu profitieren, sondern im Dreißigjährigen Krieg kulminierten auch verschiedene internationale Konflikte, allen voran die Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und Habsburg bzw. Spanien und den Niederlanden. Es handelte sich gewissermaßen um den >ersten allgemeinen europäischen (Bürger -) Krieg< und einem politischen Konflikt, der aus den Gegensätzen der komplizierten wirtschaftlich - gesellschaftlichen Situation entstand.



1.) Politische und soziale Hintergründe


Zweifellos ging es im Dreißigjährigen Krieg um politisch - dynastische Probleme: um die Unterwerfung Böhmens durch Habsburg (1618), die den Krieg >auslösten<, dann um die >Wiederaufnahme< des Krieges zwischen den Niederlanden und Spanien nach dem Ende des Waffenstillstandes (1621) sowie um die Abwehr einer erneuten Großmachtbildung Österreich durch Frankreich, und nicht zuletzt um die Expansion Schwedens im Zusammenhang der Auseinandersetzung mit Polen (seit 1630).


Was aber dem Krieg seine Dauer Härte und soziale Wirkung verlieh, war einmal das sozial - politische Konfliktpotenzial, das sich aus der Konfrontation zweier

>Gesellschaftskonzeptionen< ergab. Es ging um die Behauptung der ständischen Libertäten gegenüber den absolutistischen Ansprüchen, am eindeutigsten Fall Böhmens und der Niederlande, die wieder der Habsburger Monarchie unterworfen werden sollten, aber auch um das Verhältnis von Kaiser und Reichsständen. Insofern erreichte der Konflikt von Ständegesellschaften und absoluter Monarchie im Dreißigjährigen Krieg seinen Höhepunkt.


Zum anderen ging es um die Ausweitung der ökonomischen Basis der frühmodernen Staaten, da die Krise des 17. Jahrhunderts eine Verschärfung der Auseinandersetzung um die Verteilung der immer knapperen werdenden Ressourcen zwischen Volk und Adel



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