Kategorie der abstrakten: Deutsch


ohne Zustimmung der Stände zur Wahl des streng gegenreformatorisch gesonnenen Ferdinand II., der das böhmische Erbrecht von Philipp III. von Spanien übertragen




bekam (Philipp III. erhält im Gegenzug dafür Anspruch auf das habsburgische Elsaß). In Ferdinands politischem Programm, einer Verbindung von strengem Katholizismus und absolutistischem Herrschaftsanspruch, lag der künftige Konflikt, der sich zum Dreißigjährigen Krieg ausweitete, bereits beschlossen.



4.) Ausbruch des Krieges - Der zweite Prager Fenstersturz


Der Böhmische Aufstand, mit dem allgemein der Beginn des Dreißigjährigen Krieges verknüpft wird, war eine typische Adelsrevolte gegen die Integration in die habsburgische Landesherrschaft. Er bekam seine Schärfe nicht nur durch seinen religiös - konfessionellen Gegensatz (protestantische Böhmen und katholisches Fürstenhaus), sondern auch durch seine Verbindung mit den Ständen der ganzen habsburgischen Monarchie, die, die >calvinistische

Volkssouveränität< beschwörend, Ferdinand 1619 die Huldigung verweigert hatte. Der Konflikt zwischen

Böhmen und Habsburg währte schon lange,

trotz aller Konzessionen Rudolfs II. beruhigte sich

die Lage nicht.

Der aufgestaute Zündstoff explodierte wieder einmal in Prag,in der Hauptstadt des reichen und kultivierten Böhmen, dessen eminente Bedeutung für einen funktionsfähigen Staatsverband im Donauraum die Habsburger mit Ausnahme Rudolfs II. stets fatal verkannt und das Land daher auch stets falsch behandelt haben.


Der Anlaß der rasch um sich greifenden verheerenden Auseinandersetzung, ein Streit um zwei Kirchen, war scheinbar belanglos, das auslösende Moment, der zweite Prager Fenstersturz, vorerst mehr kurios als katastrophal.

Die protestantischen Stände verlangten die in Aussicht gestellte Belohnung für ihre tätige Treue im Bruderzwist: die schon am 9. Juli 1609 im Majestätsbrief Kaiser Rudolphs II. verkündete Religionsfreiheit. Daran wollte sich der Hof in Wien aber nur vage erinnern. In der böhmischen Stadt Braunau an der Stege wurde der Bau einer evangelischen Kirche untersagt, in der Berwerksiedlung Klostergrab am Fuß des Erzgebirges eine bereits bestehende zugesperrt und beschädigt.


EineProtestversammlung in Prag war die Folge: am 23. Mai 1618 sprachen etwa hundert Herren unter der Leitung des Grafen Jindrich Matthias Thurn bei den tschechischen Stadthaltern des Kaisers und Königs auf

dem Hradschin vor. Nach einem erregten Wortwechsel warfen sie den GrafenWilhelm Slavata, den Grafen Jaroslav von Martinitz und den Geheimscheiber Philipp Fabrizius aus dem Fenster der alten Ratsstube in den zwanzig Meter tiefer gelegenen Burggraben.




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