Kategorie der abstrakten: Musik


Reggae – Robert Nesta Marley



Bob Marley wurde am 6. Februar 1945 in St. Ann in der Nähe von Kingston in Jamaika geboren. Seine Familie war sehr arm. Seine Mutter war eine Schwarze die einen Weißen englischen Hauptmann heiratete. Bob wuchs bei seinem Großvater auf.

Bob war ein sehr ernstes Kind, das sich schon früh für Musik interessierte. Er zog als Jugendlicher zu seiner Tante in die Hauptstadt Kingston, in der fast 80% der jamaikanischen Bevölkerung leben. Lange blieben sie nicht in Ost-Kingston sondern zogen bald nach Trentchtown, einen anderen Stadtteil von Kingston, um. Dieser Stadtteil bestand hauptsächlich aus Sozialbauten, die alle nach einem großen Tornado aufgebaut worden waren und galt als sehr gefährlich, da hier viel Kriminalität vorherrschte. Bob wurde in einem Interview gefragt, wie er in dieser Umgebung überlebt habe und er antwortete: „Wenn man nicht mit der Polizei in Berührung kam war das kein Problem. Allerdings wenn man von einem Polizisten aufgeschnappt wurde und er fragte, woher man kam und man Trentchtown antwortete, war man sofort im Knast.“

Bobs Jugend in diesem Umfeld hat natürlich maßgeblichen Niederschlag in seinen Songs gefunden (Trentchtown Rock 1975).

Bob Marleys Biographie ist fast unweigerlich mit der Entstehungsgeschichte des Reggae verbunden. Die Jugendlichen damals trafen sich, machten Musik und sangen über ihre Probleme. Diese Musik wurde dann nach und nach von der US-amerikanischen Rock & Roll Musik beeinflußt, Bob Marley nannte in einem Interview Fats Domino als maßgeblichen Vorreiter.

Laut Bobs Definition entwickelte sich der Reggae nach und nach aus dem Calypso, dem Rock & Roll, einem „Off Blues“, dem Ska und dem Rocksteady. Das hervorzuhebende Merkmal des Reggae ist die Polyrhythmik, die vor allem durch die Offbeat betonte Gitarre und den gegenläufigen Bass ausgeführt wird.

Ende 1961 gründete Bob Marley mit Bunny Wailer und Peter Tosh die Gruppe The Wailers. 1962 brachten sie ihr erstes Album „Stay right out“ heraus und erlangten damit einem gewissen lokalen Bekanntheitsgrad.

1972 kam ein Film mit dem Titel „The harder they come“ heraus, der die wahre Geschichte eines jugendlichen Kriminellen aus Trentchtown erzählte und das Image der „Rude Boys“ unterstrich, die Wailers schrieben ein Lied über die Hauptperson mit Namen Let him go (1966).

1966 heirateten Bob & Rita Marley. Rita unterrichtete in einer Sonntagsschule und erkannte schon früh das Potential, das im neuen Sound der Wailers steckte. Kurz nach der Hochzeit ging Bob für 6 Monate in die USA, um in einer Fabrik zu arbeiten, da er dort mehr Geld für seine Familie verdienen konnte. Dadurch verpaßte er auch den ersten Besuch „Seiner Majestät“, dem König von Äthiopien, von wo die Schwarzen auf Jamaika ursprünglich kamen. Nach dem Besuch des Königs wurde die „Rasta“-Bewegung mit ihrer Musik dem Reggae und den Dreadlocks, dem Markenzeichen jedes Rastas, zu einer Religion (Rastaman Chant 1973).

Eines Tages wurde ein Plattenproduzent auf die Wailers aufmerksam, sein Name war Chris Blackwell. Er wollte die Wailers unter Vertrag nehmen obwohl ihm viele Leute davon abrieten, da sie meinten, daß diese Band das Geld nehmen und damit verschwinden würde. Chris Blackwell hörte nicht auf die Leute, beschrieb das Arbeitsklima aber als kompliziert, da die Wailers nur nach ihren eigenen Regeln arbeiten wollten.

Für die erste Plattenproduktion bekamen sie 4000 Pfund, was selbst damals nicht sehr viel war und produzierten damit „Catch a fire“. Chris Blackwell war begeistert von der Musik, er erkannte auch, daß wirklich jeder Penny in die Produktion gesteckt worden war. Daraufhin faßte er den Plan, die Wailers genauso wie seine anderen Rockbands zu präsentieren, jedoch stellte sich das als kompliziert heraus da Bunny Wailer Jamaika nicht verlassen wollte und Peter Tosh sehr wankelmütig war. Das war der Punkt wo aus The Wailers langsam Bob Marley & The Wailers wurde. Es folgte dann doch eine erfolgreiche Europatournee.

Chris Blackwell kaufte Bob Marley ein großes Haus in einem Vorort von Kingston, daß von Bob in eine neue Rasta-Gemeinde umgewandelt wurde und heute ein Bob Marley–Museum enthält.

Bob erlangte immer mehr Popularität auch außerhalb von Jamaica, wo er längst schon als Volksheld galt. Diese Popularität wurde ihm dann aber auch zum Verhängnis, als die zwei führenden Parteien, die Jamaica Labour Party (JLP) und die People’s National Party, wiedereinmal in den Wahlkampf gingen und Bob bei einer politischen Veranstaltung ein Konzert geben sollte. Bei diesem „Smile Jamaica“-Konzert versuchte man Bob Marley zu erschießen, er wurde in die Brust getroffen, überlebte jedoch schwerverletzt.

1978 veranstaltete Bob das weltweit gefeierte „One Love“-Konzert, bei dem er auf der Bühne die Führer der zwei Parteien symbolisch mit einem Handschlag zur Versöhnung brachte. Er wollte damit erreichen, daß die rivalisierenden Gangs der Anhänger der beiden Fraktionen ihre Streitigkeiten beilegten.

Trotz all dem Erfolg soll Bob Marley nie überheblich gewesen sein, da er sich noch immer gut an seine Kindheit am Land erinnern konnte. Er kaufte sich einen BMW (Was für ihn für Bob Marley & The Wailers stand) und wenn er damit nach Trentchtown fuhr, ließ er ihn immer unabgesperrt stehen um sein Vertrauen zu demonstrieren.

Hope Road 46 lautete die Adresse des Hauptsitzes von „Tuff Gong Records“, Bobs eigenen Plattenlabels. Er richtete dort Studios und Büros ein. Dieses Label veröffentlicht noch heute seine Best Of Alben.

Am 18. April 1980 war die „Geburt“ von Zimbabwe. Das Ereignis, dem 80.000 Menschen beiwohnten, wurde vom britischen Fernsehen übertragen und Bob Marley spielte, auf Einladung der neuen Regierung, unter dem Jubel der tausenden Menschen ein Konzert.

1978 hatte Bob sich beim Fußballspielen die Zehe verletzt und sich danach nicht weiter darum gekümmert, jedoch jetzt machte ihm die Verletzung zu schaffen und die Ärzte stellten Krebs im Frühstadium fest. Ab da verschlechterte sich sein gesundheitlicher Zustand immer mehr und 1980 brach er bei einem Konzert im New Yorker Central Park auf der Bühne zusammen. Daraufhin macht er eine Therapie in Deutschland, bei der ihn Chris Blackwell einmal besuchte. Laut seinem Manager sah Bob wie ein achtzigjähriger Greis aus, sosehr hatte die Krankheit ihn ausgezehrt.

Am 11. Mai 1981 ging, laut Erzählungen von Leuten aus Bobs Geburtsort, ein Donnergrollen am hellichten Tag über den Himmel und es waren Blitze zu sehen. Die Menschen wußten das Bob Marley gestorben war, obwohl die Nachricht noch nicht über die Radiosender hinausgegangen war, da die Redaktionen sie noch gar nicht erhalten hatten.





-Florian Beer-



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