Kategorie der abstrakten: Philosophie


nur naheliegend, wenn in Musik dieses Außenverhältnis sich widerspiegelt und die unter a), b), c) genannten Kategorien eine Überführung in Zeichen und Ästhetik finden.

2.2. Das Außenverhältnis

Popmusik spricht von sozialer Bewegung und Beweglichkeit und kennt dabei im Prinzip nur eine Richtung: von der absoluten Ausgeschlossenheit des einzelnen (sei es politisch, rassistisch, ökonomisch ausgeschlossen, einsam, fremd) zur utopischen Eingeschlossenheit aller ("Befreiung, Revolution, Einigkeit, Kommunikation")[4] .

Betrachtet man die außerhalb der kommerziellen Sphäre kursierenden Musiken, dann sind sie entweder unmittelbar auf Formen und Stile rückführbar, die sich in einem, z.T. über Generationen tradierten, und nicht unbedingt an Jugend gebundenen Außenverhältnis einer Minderheitenkultur gebildet haben (zumeist Schwarze in den USA), oder es wurden, z.B. in Europa, darauf basierend neue Formen entwickelt. Träger dieser Entwicklung waren freiwillige Exilanten, deren Exil verschiedene Ursprünge haben konnte und die die von jenseits des Ozeans herübergewehten Klänge in ihr eigenes Universum einbauten, um so im kreativen Akt das Medium mit Botschaften zu füttern (z.B. über soziales Leben des Exilanten, politische Statements, literarische Verweise, Anwendung des importierten Stils auf Ideen der europäischen Avantgarde ).

Die Nachkriegszeit begann mit Rock'n'Roll. Seine Energie rekurrierte hauptsächlich auf den Blues der schwarzen Kultur. In seinen Riffs klang, auch wenn der Sound mitunter stark verwässert war, Trauer, Angst, Wut, Sex, soziale Mobilität, die Freuden der Kriminalität, Heilsversprechungen. In Europa begannen die Beatles und die Stones als Rhythm and Blues-Bands ihre Karrieren mit dem Anzapfen dieser spezifischen Energie. Von diesem Ausgangspunkt entwickelten sie eigene Stilistiken, blieben aber als Bürgerschreck (Stones) oder großmäulig von "Revolution" (Beatles) Singende weiterhin dem Außen verpflichtet.

Velvet Undergound, wichtiger Einflußgeber für Grunge oder REM, entstanden in den 60ern an der Schnittstelle von Avantgardekunst, Heroinabhängigkeit, Popart und Verweisen auf Sado-Maso-Sex. Mit ihnen wurde das Außen auch für den literarisch geschulten Mittelschichtsintelektuellen annehmbar, dem Soul und die Beatles noch zu durchschaubar oder oberflächlich waren.

Die Wurzeln des Techno gehen auf musikalische Stile zurück, die sich in den frühen und mittleren achtziger Jahren in den schwarzen Gettos der Industriestadt Detroits mischten.

House entstand aus Disco und war der Sound, zu dem eine hedonistisch orientierte, zahlenmäßig kleine Schwulenszene abfuhr. Dabei wurden Energien frei, die auch auf Nichthomosexuelle ansteckend wirkten.

Reggae war ebenfalls Musik des Ghettos von Kingston/Jamaika und erfuhr internationale Popularisierung, als Bob Marley begann, Zeichen und Werte der in Jamaika doppelt ausgegrenzten Rastafarianismusreligion zu übernehmen. Mit diesem Schritt exportierte Marley ein auf Stolz und Gegenwehr zielendes Ideologiegemisch, das in den mittleren siebziger Jahren von den ansonsten verfeindeten Hippies und Punks gleichermaßen geschätzt wurde.

Hip Hop ist ein weites Feld der Stile und damit der Konnotationen. Hip Hop ist daher ein gutes Beispiel für die universelle Transportfähigkeit eines Mediums / Stiles, einer Ästhetik oder Kunst, für die vielfältigen Ideologien und Wünsche einer Generation. Von marxistischen Termini und Analyseweisen (Beatnigs, KRS One) reichen Hip Hop Texte über religiös motivierte Hinwendungen zum Islam der Nation of Islam (X-Clan) oder der Cypress Hill Fraktion, die immer wieder einen um Marihuanawolken gewobenen spiritualistischen Lebensstil beschwört,



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