Kategorie der abstrakten: Philosophie


Mechanistische und romantische Naturphilosophie


Der Mechanismus wurde im 17. Jahrhundert entwickelt und prägte das wissenschaftliche Denken und somit auch die gesamte Entwicklung der Technik und Industrie bis zum heutigen Tage. Die romantische Philosophie ist eine – wenn bislang auch nur wenig wahrgenommene – Gegenbewegung dazu. Sie plädiert auf die Wichtigkeit der Naturbezogenheit und der Erhaltung der Natur selbst.


In der Renaissance lehnte man die Vorstellung von einer der göttlichen Willkür ausgelieferten Natur streng ab. Man verschmähte die nahezu theozentrische Weltanschauung des Mittelalters und wandte sich wieder der Erforschung der von Thales formulierten, geregelten Naturabläufen zu. Die Natur galt als keinem Gott unterworfen und damit dem Menschen frei zur Verfügung stehend. Die Erforschung der Naturgesetze stand im Vordergrund und galt als DAS erstrebenswerte Ziel im Leben schlechthin.


Grundzüge der mechanistischen Naturphilosophie


  • Ausdehnung gilt als wesentliche Eigenschaft der Körper.

  • Bewegung ist die fundamentale Erscheinung der materiellen Welt.

  • Die Geometrie als Wissenschaft von den räumlichen Beziehungen ist die Grundlage jeder Naturwissenschaft.

  • Theoretisches Wissen und technische Effizienz sind eng miteinander verbunden.


Die Romantiker


Sie haben eine Leidenschaft zur Einheit mit der Natur und kritisieren Aufklärung, Vernunft und Naturwissenschaft. Sie befürchten, das alles würde eine Entzweiung von Mensch und Natur, der lebendigen Welt, bewirken. In dieser Trennung sehen sie das schlimmste was dem Menschen passieren kann und wollen ihn deshalb wieder davon wegführen.


Ihre Thesen und Behauptungen sind deshalb nie wirklich angekommen, weil es den Menschen zum Verständnis dieser Aussagen meist am Willen nachzudenken mangelt. Sie schenken viel lieber einfach erklärbaren Dingen und Gesetzen Glauben und stellen sich – ohne über die Folgen nachzudenken – ihr ganzes Leben lang in deren Dienst. Ein bekannter Romantiker war z.B. Goethe.


Die Romantiker beschränken sich aber nicht auf das Aufstellen von Antithesen, sondern versuchen, das Augenmerk der Menschen auf eine modifizierte Naturwissenschaft, welche die Natur als Ganzes erfasst und betrachtet, zu lenken. Das philosophische Programm dazu formulierte Schelling.


Er sprach von einer neuartigen Naturwissenschaft, die nicht mehr nur Oberflächliche Einzelheiten, sondern das „innere Triebwerk“ der Natur erfassen und beschreiben sollte. Diese sollte durch das Wissen um die Einheit der Natur und die Zusammengehörigkeit alle Komponenten gelenkt werden. „SCHELLING greift dabei auf den Substanzbegriff von Baruch de SPINOZA zurück. Denn schon für SPINOZA war die ganze Fülle der Welt bloße „Accidenz“, äußere Erscheinung der einen Substanz, die allein die „Wirklichkeit“ bedeute. Der Gegensatz von Ich und Natur sei nur scheinbar; auch Ich, Vernunft und Geist seien letztlich nur Natur, die zu sich selbst gekommen, Selbstbewusstsein geworden sei. Verstünde der Mensch sich selbst, verstünde er auch die Natur. Am Anfang allen Lebens stünde die



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