Kategorie der abstrakten: Philosophie


Einheit und zugleich die Entzweiung der Natur.“1


Kosmologische Fragen


Während fast der gesamten Menschheitsgeschichte wurden die Forschung und die Philosophie von der Religion beeinflusst , ja geradezu beengt. So konnte sich z.B. das Ptolemaiische Weltbild nur aufgrund religiösen Glaubens über Jahrhunderte hinweg halten und dabei das Leben vieler andersdenkender Märtyrer fordern.


Ein anderer Streitpunkt war die Frage, ob die Welt endlich oder unendlich sei (sowohl zeitlich als auch räumlich). Wichtige Anhaltspunkte dazu lieferte Immanuel KANT. Er bewies auf rein logischem Wege, dass die Vermutung eines Anfangs der Zeit nicht mehr oder weniger sinnvoll ist wie die eines Endes der Zeit. Ein Anfang der Zeit würde das ehemalige Sein eines absolut leeren Raumes und einer absolut leeren Zeit implizieren, was ja, wie wir aus dem Kausalitätsprinzip erkennen können („ Aus nichts wird nichts“), nicht möglich ist.


Die Evolution des Lebendigen


Die Entdeckung des genetischen Codes im Jahre 1953 lieferte einen entscheidenden Schlüssel zum sog. Geheimnis des Lebens. Der Code ist universell und gilt somit für jedes bekannte materielle (!) Lebewesen auf der Erde. Der Evolutionsbegriff erfuhr eine Ausweitung in den Bereich der Mikrobiologie. Außerdem führte diese Entdeckung zur Erkenntnis, dass alles Wesen den selben Evolutionsursprung haben.


Die moderne Evolutionstheorie ist eine Verfeinerung und gleichzeitig eine Erweiterung der darwinistischen Thesen. Diese lösten die größte Bestürzung durch die Behauptung aus, die Vollkommenheit der Anpassung der verschiedenen Lebewesen sei ein Produkt zufälliger Variationen im genetischen Code und nicht als Beweis für die absichtliche Steuerung und Selektion durch ein göttliches Wesen gültig. Unverständlich ist dabei der Widerspruch zwischen der offensichtlichen Zweckmäßigkeit der Natur und der behaupteten Zufälligkeit ihrer Evolution. Zu diesem Paradoxum wurden bis heute drei denkbare Antworten formuliert.

  • Das Leben ist ein reines Zufallsprodukt, entstanden aus dem Spiel der Moleküle.

  • Das heutige Leben ist die Konsequenz lebensspezifischer Naturgesetze.

  • Leben ist das Ergebnis eines Evolutionsprinzips, das schon im anorganischen Bereich wirkt.


Natur und Mensch


Die Abwendung vom theozentrischen Lebensweg des Mittelalters war – historisch gesehen – der Beginn des Fremdwerdens von Natur und Mensch, zumindest auf der Ebene des harmonischen Zusammenlebens. Der Mensch begann sich die Natur zu „unterwerfen“, nütze sie aus, anstatt zu versuchen sie zu verstehen. Die noch bleibende „unberührte Natur“ hingegen geriet zum Exotischen. Sie ist dem Menschen Unbekannt geworden.


Die gegen diese Entwicklung ergriffenen Maßnahmen beschränken sich zur Zeit noch eher auf Reparatur- und Katastrophenverzögerungspolitik. Unter diesen Umständen kam es in den letzten Jahren zur verstärkten Hinwendung der Philosophen zu einer praktischen Naturphilosophie deren Ziel es ist, grundlegende Konzepte zu erarbeiten, die das menschliche Handeln in und mit der Natur bestimmen können.



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