Kategorie der abstrakten: Philosophie


in einer Art Trance entstanden sind. Jedoch ihre mystischen Abhandlungen und die festgehaltenen Zeichnungen ähneln heutigen Beschreibungen von Patienten, die über ihre Halluzinationen während ihrer Migräneanfälle berichten6. Bei diesem pulsierendem Kopfschmerz ist eine Lichtempfindlichkeit, und ein flakern vor den Augen zu bemerken was sehr oft zu Halluzinationen führen kann. Hildegard spricht sehr oft von „hellem Glanz“, „loderndem feurigem Licht“ und „Flammen“. Dazu kommen noch befehlende und anklagende Stimmen, und die Stellungnahme betreffend ihrer Geistesklarheit, die als Verneinung angesehen werden kann, was alles zum Schluss führt, dass Hildegard von Bingen unter erheblichen Kopfschmerzen leiden konnte, und das Ihre Werke das Ergebnis einer Mischung ihrer Erlebnisse und Halluzinationen sein konnten.

Zwischen Hildegard von Bingen und Meister Eckhart bestehen aber nicht nur Unterschiede, sondern auch einige Ähnlichkeiten. Neben der gemeinsam empfundenen Berufung zum lehren und bekehren ist in ihren Werken die Rede von einer gewissen Selbstbefreiung. Nicht ohne Grund nennt sich Hildegard ein „zerbrechliches Gefäß“7, dass mit göttlichem Geist aufgefüllt werden soll. Eckhart ist deutlicher und will, dass der Geist den Körper verlässt um Raum für das Göttliche zu schaffen. Man muss auch erwähnen, dass sowie Hildegard als auch Eckhart zu gebildeten Menschen gehörten, ein tätiges Leben führten und viel reisten um unter anderem die Menschen zu bekehren und zu Gott als einzige Wahrheit zu überzeugen.

Neben Hildegard von Bingen meldet sich eine Generation später Mechthild von Magdeburg, die auch vom göttlichen Licht überwältigt wurde, zu Worte. Dieses Licht wird ein unausweichlicher Zwang zum schreiben über die göttliche Urheberschaft. Auch sie erwähnt, dass ihr Buch auf Befehl von Gott entstand. Sie ist von ihrer Sendung überzeugt und nennt im Vorwort mit unglaublicher Sicherheit: “Dieses Buch sende ich nun als Boten allen geistlichen Menschen, beiden, den schlechten und den guten, denn wenn die Säulen fallen, dann kann das Gebäude nicht überdauern“. Mit den Sinnen ihrer Seele empfindet Mechthild die Allgegenwärtige Region und versucht die Nahtstelle zwischen irdisch und göttlich zu finden. Diese Ausschließlichkeit und die himmelstürmende Bewegung ihrer zu Gott hindrängenden Seele fängt Mechthild im Bild des Tanzes ein.8

Im Mittelalter brachten die Klöster einige der berühmtesten Mystiker und Mystikerinnen hervor , deren Werke Aufgrund der Suche nach spiritueller Freiheit



Яндекс.Метрика