Kategorie der abstrakten: Philosophie


ausgespielt, auch wenn er noch in vielen Köpfen herumspukt. Seit dem 6. August 1945 wissen wir, daß wir in der Lage sind, uns und eventuell alles Leben auf der Erde zu vernichten. Spätestens seit jenem Tag hat die Diskussion um die Verantwortlichkeit der Wissenschafter eine neue Dimension erhalten.

Doch es gibt immer noch die Möglichkeit sein Wissen und Forschugnsergebnisse geheim zu halten. Wie zum Beispiel der Wissenschaftler Möbius in Dürrenmatts "Die Physiker". Er war sich der Tragweite seiner Forschungen bewußt und versuchte sein Wissen geheim zu halten, indem er sich in einem Irrenhaus versteckte. Aber über das hat gestern Alexander H. schon berichtet. Ich möchte nur noch dazu sagen, daß, sollte ein Wissenschafter oder eine Wissenschafterin tatsächlich einmal eine Entdeckung machen, von der glaubt, daß sie nur zu grauenhaften Auswirkungen führen kann, wäre Geheimhaltung sicher ein gangbarer Weg. Doch dies ist nicht der Normalfall. Meist bietet eine Entdeckung, zumindest auf den ersten Blick, ebensoviele oder mehr Chancen als Risken. Doch wenn man schon etwas geheimhalten muß, dann darf man nicht den Fehler wie Möbius machen, und etwas Niedergeschriebenes aufbewahren, da sonst die Möglichkeit besteht, daß andere die gafährlichen Ideen aufgreifen.


Bevor ich den Inhalt des Dramas "In der Sache J. Robert Oppenheimer" zusammenfasse möchte ich kurz etwas über den amerikanischen Physiker selbst sagen: Oppenheimer lebte von 1904 bis 1967. Er studierte an der Harvard Universität Physik, und setzte seine Studien dann im Ausland fort. Im Sommer 1942 wird er zum wissenschaftlichen Leiter des "Manhattan Projects" gemacht. Unter seiner Leitung werden in Los Alamos die ersten Atombomben gefertigt. Nach dem Abwurf der Atombombe über Hiroshima nimmt Oppenheimer seine Abschied als Direktor von Los Alamos. Vier Jahre später spricht sich Oppenheimer und eine Kommission gegen die Entwicklung der H-Bombe aus. 1953 wird gegen Oppenheimer eine Untersuchung eingeleitet, wegen angeblicher kommunistischer Gesinnung. Nach Abschluß der Ermittlungen wird ihm schließlich die Erlaubnis entzogen, an geheimen Projekten mitzuarbeiten oder Einsicht in neue Entwicklungen zu nehmen. Oppenheimer, so die Begründung, erfülle die Sicherheitsbedingungen nicht.

Das Protokoll des Untersuchungsverfahrens, das später veröffentlicht wurde, umfaßt 3000 Maschinenseiten und ist Kipphardts hauptsächliche Quelle. Da dieses Protokoll so umfassend ist, nahm sich Kipphardt einige Freiheiten heraus, die in der Auswahl, in der Anordnung, in der Formulierung und in der Konzentration des Stoffes liegen. So begnügte sich Kipphardt zum Beispiel mit nur 6 statt in Wirklichkeit 40 Zeugen und die mehr als vierwöchige Verhandlung wird in neun Szenen konzentriert.

Zum Inhalt: In einem elektronisch gesicherten Raum der Atomenergiekommission treffen die Mitglieder des



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