Kategorie der abstrakten: Philosophie


Loyalitätskonflikt, in dem die politische Bindung an ein Staatswesen und die wissenschaftliche Verpflichtung der gesamten Menschheit gegenüber einander aufheben.

In einer abschließenden Stellungnahme Oppenheimers kritisiert dieser nicht, daß ihm die Sicherheitsgarantie nicht mehr erteilt werden soll, sondern, daß der Geist der Wissenschaft verraten wurde, als die Wissenschafter die Forschungsarbeiten den Militärs überließen, ohne an die Folgen zu denken. Die Wissenschaft habe "die Arbeit des Teufels getan" und müsse sich nun wieder der eigentlichen Forschung widmen.

Kipphard gelingt die Akzentuierung und Herausarbeitung eines Konflikts, der nicht zuletzt darauf beruht, daß individuelle Skrupel überflüssig zu werden scheinen angesichts der von Oppenheimers Mitarbeiter Teller formulierten Erfahrung, daß brillante Ideen organisierbar geworden und nicht an einzelne Leute gebunden sind.


Zum Schluß meines Referates möchte ich noch das Buch "Das kalte Licht" von Carl Zuckmayer besprechen. "Das kalte Licht" ist ein Drama, uraufgeführt 1955, das in der Kritik geteilte Aufnahme findet und Diskussionen auslöst. Hintergrund des Buches sind zahlreiche Spionagefälle, die sich in der westlichen Welt damals ereigneten. Sie unterschieden sich von den Spionagefällen früherer Epochen dadurch, daß sie weder um der Bezahlung willen, noch in militärischem Auftrag ausgeführt wurden, sondern lediglich auf Grund eines persönlichen Gesinnungsentscheids. Geschichte und Hintergrund solcher Fälle schienen ein besonderes Schlaglicht auf die geistige und ethische Problematik, man kann sagen auf die Vewirrung des Menschen zu dieser Zeit zu werfen. Das Drama versucht einen solchen Fall darzustellen, und zwar nicht in der Form des dokumentarischen Reports, sondern durch das Medium einer erdachten Fabel. In gewissen Zügen seines äußeren Ablaufs lehnt es sich an die Geschichte des in England verurteilten Atomspions Dr. Klaus Fuchs an. Es gibt keine Schlüsselfiguren und keine synthetischen Modelle, sondern alle, die hier auftreten, fungieren vorallem im Hinblick auf ihren menschlichen Aspekt. Denn das Thema des Stücks ist nicht die Spaltung des Atoms, sondern die Krise des Vertrauens.

Zum Titel des Buches habe ichfolgendes herausgefunden: Als kaltes Licht bezeichnet man eine Leuchterscheinung, bei der weder Erwärmung noch Verbrennung stattfindet.

Zum Inhalt: Kurz nach Ausbruch des zweiten Weltkriegs trifft der nach England emigrierte Physiker Kristof Wolters in London den kommunistischen Funktionär Buschmann, der ihn für parteipolitische Zwecke gewinnen will, da er weiß, daß Wolters ein ehemaliges Mitglied der KPD ist. Doch Wolters lehnt ab. Als 1940 alle Emigranten nach Kanada deportiert werden, erkennt der britische Atomphysiker Sir Elwin Ketterick die wissenschaftliche Bedeutung Wolters und nimmt ihn in seinen Mitarbeiterstab auf und schenkt ihm sein volles Vertrauen. Nach London zurückgekehrt fürchtet der junge Physiker um das



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